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Vorfach für Raubfische

Das Vorfach ist ein wichtiger Bestandteil beim Spinnfischen. Es bildet die Verbindung zwischen Köder und Hauptschnur. Aber warum knüpft man den Köder nicht direkt an die Hauptschnur, das wäre doch viel einfacher? Es gibt viele gute Gründe weshalb ein Vorfach beim Spinnfischen Sinn ergibt. Diese Gründe werden in diesem Beitrag aufgezeigt, wobei wir auf die zwei gängigsten Vorfachmaterialien Fluorocarbon (FC) und Stahl eingehen.

Ein dickes FC-Vorfach erweist sich in den meisten Fällen auch als hechtsicher

Fluorocarbon (FC)

beinahe unsichtbar

Fluorocarbon-Vorfächer sind sehr verbreitet beim modernen Spinnfischen. Ein wichtiger Grund dafür ist die geringe Visibilität unter Wasser. Die FC-Fasern brechen das Licht in einem ähnlichen Grad wie Wasser und deswegen wird es unter Wasser beinahe unsichtbar. Vor allem bei einer auffälligen Hauptschnur, wie einer Geflochtenen, ist es sehr ratsam, ein FC-Stück vor den Köder zu schalten. Bei klaren und schwierigen Verhältnissen, schöpft ein Fisch auf diese Weise weniger schnell Verdacht und schnappt vehementer zu. Selbst bei monofilen Nylonschnüren, die auf den ersten Blick ja auch durchsichtig erscheinen, macht ein FC Vorfach unter Umständen Sinn.

hohe Abriebfestigkeit

Eine weitere positive Eigenschaft dieses Materials ist die hohe Abriebfestigkeit. FC ist sehr widerstandsfähig. So hält es mehr aus als geflochtene oder normale Nylonschnüre. Sobald Du also an strukturreichen Stellen fischst, z.B. scharfe Steinpackungen, dann punktet das Fluorocarbon. Es gibt auch Fischer, die FC auch als Vorfach zum Hechtfischen einsetzen. Dies jedoch nur in dicken Durchmessern ab 0.70mm, damit das Vorfach auch den messerscharfen Zähnen standhält.

weitere Pluspunkte

Weitere Besonderheiten von Fluorocarbon sind das Sinkverhalten und die Dehnung. Da FC sinkt, begünstigt das den direkten Köderkontakt. FC kann aber auch gezielt als Puffer im Drill eingesetzt werden. Geflochtene Schnüre sind sehr dehnungsarm und können manchmal im Drill zu hart sein. Mit der leichten Dehnung vom Fluorocarbon werden die Schläge des sich wehrenden Fisches besser abgefedert und ein Ausschlitzen wird vermieden.

Im Anschluss wird eine ganz einfache Montage für ein Vorfach aus Fluorocarbon gezeigt. 

Das in unserem Beispiel verwendete Material

Das benötigte Material für ein FC-Vorfach:

1 x Wirbel: Der Wirbel ist ein super Verbindungsstück zwischen der Hauptschnur und dem Fluorcarbon. Es wäre auch möglich das FC direkt an die Hauptschnur zu knoten, jedoch dreht sich ein Wirbel bei aufkommenden Drall mit und verhindert so, dass dieser Drall auf die ganze Hauptschnur übergeht. 

oder 1 x 3-fach Wirbel: Ein 3-fach Wirbel hat deren drei sich mitdrehenden Elemente, die den Drall noch besser entschärfen. Falls Du oft mit dem Spinner fischst, der sich um die eigene Achse dreht und so Drall erzeugt, ist ein solcher 3-fach Wirbel sehr zu empfehlen.

1 x Fluorocarbon Material: Das FC-Material ist in kleinen Spulen erhältlich. Je nach Durchmesser eignet es sich besser für andere Zielfische. Eine grobe Einteilung sieht wie folgt aus:

Durchmesser von 0,12mm - 0,18mm: ist für die ganz feine Fischerei ausgelegt, womit kleinen und heiklen Weissfischen nachgestellt werden kann. Diese dünnen Durchmesser sind für das gezielte Spinnfischen auf Raubfische kaum geeignet.

Durchmesser von 0,20mm - 0,26mm eignet sich super für Bachforellen- und Egli-Vorfächer.

Durchmesser von 0,26mm - 0,30mm Sind super Vorfächer für Seeforellen oder das Fischen auf grosse Bachforellen in grösseren Flüssen.

Durchmesser von 0,28mm - 0,40mm ist optimal für das Zanderfischen.

Durchmesser von 0,40mm - 0,60mm optimal für das Fischen im Salzwasser auf kleinere Raubfische wie Bonitos und Makrelen.

Durchmesser ab 0,70 fängt es langsam an für die Hechtfischerei und die gröbere Salzwasserfischerei spannend zu werden.

1 x Karabiner: Dank dem Karabiner kann der Köder sehr schnell gewechselt werden. 

Die Montage eines FC-Vorfachs mit Wirbel ist sehr simpel. Im Grunde muss nur an den Enden des Fluorcarbon der Wirbel und der Karabiner angebunden werden. Dafür eignet sich der unten dargestellte Clinch-Knoten. Die Länge ist individuell wählbar. Erfahrungsgemäss sind Längen zwischen 30cm und 70cm sehr gut geeignet. Es bietet sich an vor dem Fischen ein paar verschiedene Vorfächer zu knüpfen und ans Wasser zu nehmen, damit Du für jede Situation bereit bist.

Bei besonders heiklen Fischen, wie z.B. Bachforellen in klaren Bächen, sollte das FC Vorfach viel länger gewählt werden, damit die Fische die Hauptschnur nicht wahrnehmen. Hier empfiehlt sich dann aber, anstatt mithilfe eines Wirbels, das Vorfach und die Hauptschnur mit einem Verbindungsknoten zu verbinden.

Schematische Darstellung des Clinch-Knotens
So sieht ein einfaches FC-Vorfach aus. Falls Du oft mit Spinner fischst, empfiehlt es sich ein 3-fach Wirbel (oben) zu verwenden.

Stahl

Während bei Raubfischen wie Egli, Zander oder Forelle ein Fluorocarbon Vorfach ausreicht, muss beim Fischen auf Hecht schon etwas Stabileres her. Die messerscharfen Hechtzähne schneiden eine dünne Fluorocarbon- oder Nylonschnur spielend durch. Deshalb kommt hier bisssicheres Material zum Einsatz: Stahlvorfach! Das ist auch in dünneren Durchmessern noch absolut hechtsicher! Wenn mit viel Hechtbeifang gerechnet werden muss, macht es durchaus Sinn ein Stahlvorfach zu verwenden. Selbst wenn dieser in diesem Moment nicht der Zielfisch ist.

 

Das in unserem Beispiel verwendete Material

Stahlvorfach kannst Du fix fertig kaufen (rechts im oberen Bild dargestellt), oder selber zusammenstellen. Wenn Du das Vorfach selber herstellst kannst Du die einzelnen Komponenten selber abstimmen und die Länge variieren. Weil wir unsere Verbindungen im folgenden Beispiel die knotenverbindungen mithilfe von Quetschhülsen machen, benötigst Du eine Quetschhülsenzange

Das benötigte Material für ein Stahlvorfach:

1 x Stahlvorfach-Material: Wir haben in unserem Beispiel ein Stahlvorfach mit 7Kg Tragkraft verwendet. 

2 x Quetschhülse: Da das Stahlvorfach meist etwas steifer und schwieriger zu knoten ist, eignen sich Quetschhülsen als Knotenpunkte. Es sollte darauf geachtet werden, dass das Vorfachmaterial zweimal durch die Hülse passt. in unserem Beispiel haben wir die grösse 12 mit 1,2mm Durchmesser verwendet.

1 x Karabiner: In unserem Beispiel wurde ein Karabiner der Grösse 08 mit 12Kg Tragkraft gewählt. 

1 x Wirbel: Der Wirbel bildet ein schönes Vorfach-Ende und nimmt Drall aus dem Vorfach und verhindert dass sich dieser auf die Hauptschnur überträgt.

 

 

Zuerst wird alles zurechtgelegt
und dann mit der Quetschhülsenzange fixiert.
Das Gleiche mit dem anderen Ende und dem Karabiner
fertig ist das Stahlvorfach

Nun wünschen wir Dir viel Spass beim Erstellen Deiner Vorfächer und beim erfolgreichen Fischen auf Raubfisch.

Kleiner Tipp: Es hat sich bewährt einen Karabiner am Ende der Hauptschnur anzuknoten. Da kannst Du nun das Vorfach einfach einhängen und beliebig wechseln. Falls Du mit einem FC-Vorfach am Eglifischen bist und Du plötzlich auch Hechtbisse kriegst, ist ein Wechsel auf ein Stahlvorfach schnell vollzogen.

 

Tight Lines,

Dein fischen.ch Team

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