Topwater Paradies Costa Rica

Ein paar Tage waren nötig um meine Reise in Costa Rica zu verdauen. Zum dritten Mal entschied ich mich für dieses traumhafte Land. Enttäuscht wurde ich auch dieses Jahr nicht.
Es ist eine unglaublich schöne Gegend mit sehr freundlichen Menschen. Das Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist einfach und vor allem günstig. So kommt man relativ schnell an jeden Ort in diesem kleinen Land. Die Peninsula de Nicoya hatte mich schon letztes Jahr überzeugt, deshalb war es auch diesmal nicht möglich dort vorbeizufahren.
In Montezuma, einer kleinen Stadt mit viel Scharm und idyllischen Stränden, wurde das erste Mal gefischt. Vom Strand aus wurden mittlere Popper (zw.12-17cm) über die Wellen geworfen und rasant wieder eingeholt. Obwohl kleine Jacks Crevalles in Scharen vorhanden waren und die Köder regelmässig verfolgten, konnte ich in den ersten Tagen keinen ordentlichen Fisch verhaften. Ich hätte auf Wobbler umstellen können, wie es die Einheimischen mit der Handleine erfolgreich machten, doch es macht viel mehr Spass eine ordentliche Attacke auf einen Topwater zu bekommen, deshalb blieb ich bei diesen Ködern. ;)
Diese Region ist bekannt für sehr fischreiche Gewässer, deshalb wurde am Folgetag ein Boot mit Guide gemietet. Leider ist es so, dass die Agenturen nicht immer sehr seriös arbeiten, und vor allem nicht nur kompetente Personen anstellen. Damit will ich sagen, dass die gebuchte Tour durch einen SEHR unerfahrenen Kapitän durchgeführt wurde. Das Boot war top, doch der Kapitän und sein Helfer hatten keine Ahnung wie sie damit umgehen sollten (er füllte im starken Wellengang 2 mal das Boot mit Wasser, welches knapp nicht sank :/). Aber noch schlimmer war, er hatte keine Ahnung vom Fischen und wo das Fischen gut sein könnte. So fuhren wir kreuz und quer durchs Meer auf der Suche nach jagenden Fischen. Einige Jacks konnte ich aber trotzdem ins Boot hissen.

Ja es war ein bisschen enttäuschend, doch die Gegend um den Cabo Blanco Nationalpark ist einfach atemberaubend, deshalb hat es sich doch irgendwie gelohnt. Deshalb: passt auf wenn ihr nicht genau wisst bei wem ihr ins Boot steigt. Es gibt genügend kompetente Guides in diesem Land.

Aus diesem Grund möchte ich euch jetzt ein kleines Guidingunternehmen vorstellen welches ich letztes Jahr kennengelernt hatte (siehe Costa Rica 2014) und natürlich dieses Jahr wieder besucht habe. Sea Kajak Adventures wurde jetzt vor 5 Jahren von zwei begeisterten Sportfischern gegründet. Pablo Hein aus Uruguay und Martin Petersson aus Schweden wollten Ihre Leidenschaft zum Beruf machen und entschieden sich Touren mit dem Kajak anzubieten. Alex Graham (der Roosterfish-Flüsterer) gehört neustens auch zum Team. Drei Top-Jungs die jeden guten Spot an ihrem Küstenabschnitt kennen und auch wissen wie man dort Fische fangen kann. Das Prozedere ist immer das gleiche, Kajak vorbereiten, Tackle richten, Arme aufwärmen und lospaddeln. :)

Der Hafen von Mal Pais befindet sich an der nördlichen Grenze des Cabo Blanco Nationalparks, auf der Pazifikseite der Peninsula. Dort wird am meisten gefischt, doch auch für Trips an anderen Spots sind sie immer zu haben. Kajaks werden einfach auf dem Dach des 4x4er befestigt und auf geht’s zum nächsten Spot!

Im Gegensatz zum letzten Jahr waren bei meiner Ankunft in Mal Pais die grossen Sardinenschwärme kurzfristig von diesem Küstenabschnitt verschwunden. Wir konnten am ersten Angeltag keine Oberflächenaktion beobachten. Wir mussten viel paddeln um auf dem Echolot endlich einige Fische sehen zu können. Mit Gummiködern konnten wir doch noch einige Fische fangen. Der darauffolgende Tag verlief genau gleich... Deshalb entschieden wir uns beim nächsten Ausflug die Taktik zu ändern.

Deepjigging war angesagt!

Die Spots die Pablo mit dem GPS markiert hatte, liegen alle zwischen 5 und 10 km von der Küste entfernt. Deshalb paddelten wir schon in den frühen Morgenstunden raus auf Meer, um die kühleren Morgentemperaturen zu nutzen. Auf dem Weg zu den Spots wurden immer zwei Ruten zum Schleppen verwendet, was auch gute Fische brachte. Interessanter wurde es aber an den Riffs. Zwischen 45 und 60m Tiefe konnte man auf dem Echolot die Fischschwärme über den harten Boden erkennen. Was sich beim Jiggen herausstellte, war, dass die Fische auch in der ganzen Wassersäule vorhanden waren. Wenn man ein Jigg von 120g in heruntergleiten lässt, ihn dann mit extremer Geschwindigkeit heraufkurbelt und dabei einen knallharten Schlag in die Rute bekommt, dann steigt der Adrenalinspiegel sehr schnell. Wir bekamen in regelmässigen Zeitabstände Bisse in verschiedenen Tiefen. Es wurden Amberjacks, Tunas und verschiedene Arten von Snapper auf unsere Jiggs aufmerksam. Die Durchschnittsgrösse der Fische war gut, doch wir verloren einige ganz gute Fische. Ein Fisch schnappte sich in ca. 50m einen von mir gehakten Snapper. Nach einem 35 minütigen Kampf spuckte er den 3kg Kerl wieder aus… Ich konnte den Fisch nie vom Boden abheben, er riss uns hingegen in dieser Zeit mehrere hundert Metern mit sich mit. Die Kraft dieser Meeresbewohner ist einfach unglaublich!

 Auch an diesen Spots gab es hin und wieder Bissflauten auf die Jigs, deshalb versuchten wir die vorhandenen Räuber mit lauten Poppern an die Oberfläche zu locken. Es war kein Fisch an der Oberfläche am Jagen, doch immer wieder wurden wir mit Attacken überrascht. Cuberas im doppelpack verfolgten meinen Stickbait bis zum Kajak. Fische aus der Tiefe kamen hoch um in unsere Köder zu beissen. Ein Highlight - Adrenalin pur.

Es gäbe eigentlich noch vieles über dieses Paradis in Mittelamerika zu erzählen, doch gehen wir jetzt einmal ein anderes Problem an. Das Tackle.

Was nimmt man mit? Wieviel nimmt man mit? Das ist vor der Abreise immer die grosse Frage. Ich habe selbst schon mehrmals schlechte Entscheidungen getroffen und zu wenig Tackle mitgenommen. Deshalb war auch dieses Jahr mein Motto klar, lieber zuviel als zuwenig:) Soll man überhaupt so viele Sachen mitnehmen? Ich werde es immer tun, bei dieser Fischerei kann das Equipement sehr schnell beschädigt werden und was tun wenn die Rute oder Rolle gebrochen ist, einfach andere auspacken und weiterfischen. In diesen Ländern ist es nämlich nicht einfach und vorallem nicht billig an Ersatztackle zu gelangen. Was man da aber noch erwähnen muss, sind die Airlines, nicht alle haben die gleichen Richtlinien was Angelaurüstung angeht, deshalb erkundigt euch jeweils gut bevor ihr am Flughafen ankommt.

Ruten:

Snowbee, Deep Blue Popping 8'6" / Boat 6'6". Diese Rute lässt sich in 2 verschiedenen Grössen und Aktionen fischen, was beim Reisen sehr praktisch ist. Ihr Wg von 60 - 165 g (unterbewertet) ermöglicht es jeden grossen Köder fliegen zu lassen und gut animieren zu können.

Daiwa Procaster Game 274, Wg 30 -120g. (Ersatzrute)

Greys XF2 Carnivore 9' # 9, Fliegenrute durfte natürlich nicht fehlen :)

Rollen:

2 x Shimano Biomaster 8000SWG bespult mit je 300 m 30er geflochtenen Schnur. 

Vorfachmaterial:

1mm - 1,4mm dickes Flourocarbon reichen meistens aus, dazu gute Quetschülsen und sehr wichtig, resistente Snaps.

Ködern:

Alles was das Herz begehrt:) Ich habe vorallem grosse Popper und Stickbaits von verschiedenen Herstellern mitgenommen, aber auch Gummiköder (10 - 25 cm und 30 - 100g Jigheads), Jigs in Gewichten von 30 - 180g und einige Streamer zum Spassfischen vom Strand aus:)

Auf ein baldiges Wiedersehen der exotischen Gewässer Mittelamerikas,

Fish on! Jérémie

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