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Skagit-Fischen

Das Fischen mit einem Skagit Schusskopf sieht man nur selten an unseren Gewässern. Dieser Trend aus den USA kommt jedoch immer mehr auch bei uns und dies mit gutem Grund.

Hannes am Alpenrhein

Für diejenigen, die sich noch nicht vorstellen können, was ein Skagit Schusskopf eigentlich ist, hier eine kurze Erläuterung: Es ist ein sehr kurzer, meist zwischen 3.5 bis 5 Meter langer und kraftvoller Schusskopf, der sich auch mit einer 9 Fuss Einhandrute gut fischen lässt.

Ich selber verwende ihn vor allem im Frühjahr beim Streamerfischen, wenn sich die Forellen noch tief am Boden aufhalten. Mit einer normalen WF Schnur war ich immer ein wenig limitiert und konnte meine schweren Groppenmuster nur mühsam an die gewünschte Stelle bringen. Das hat sich mit dem Einsatz eines Skagit Schusskopfes schnell geändert. Damit konnte ich meine grössten und schwersten Streamer, in verwachsenem Gelände ohne Rückraum, mühelos mit nur einem Speywurf zur gewünschten Stelle werfen.

Jetzt mag der eine oder andere denken, “Speywurf”, das ist nichts für mich. Doch mit einem so kurzem Schusskopf gibt es wohl keine einfachere Art einen Streamer zu werfen, als mit einem Speywurf. Durch die Länge des Schusskopfes, ist das Handling sehr einfach und Energieverluste in der Schnur, halten sich minimal. Den skeptischen Lesern kann ich an dieser Steller nur raten, probiert es aus, Ihr werdet schnell merken wie einfach und effektiv das Ganze ist.

Als Beispiel aus der Praxis möchte ich kurz von meinem Vater erzählen. Dieser ist Spinnfischer und kein geübter Fliegenwerfer. Als ich mit ihm am kleinen Bach auf Forellenjagd ging, wollte er kurzer Hand selber ausprobieren, wie sich das Ganze anfühlt. Es dauerte nur kurze Zeit und man hätte ihn gleich mit einem langjährigen und erfahrenen Fliegenfischer verwechseln können.

Der Aufbau eines solchen Skagit Schusskopf-Systems ist ganz einfach. Der wesentliche Unterschied zu einer WF Schnur ist, dass eine separate Shooting-Line [2] zwischen dem Schusskopf [3] und dem Backing [1] montiert wird. Die Schooting-Line [2] verursacht einen minimalen Widerstand und gleitet somit mühelos durch die Ringe. Ein weiterer Vorteil eines solchen Schusskopf-Systems, sind die verschiedenen Tiefen, welche man damit befischen kann. Einfach ein Sink -oder Intermediate Tip [4] in verschiedenen Sinkraten montieren und Du kannst Deinen Streamer in jeder Wasserschicht führen. Bevor ich den Streamer montiere, bringe ich jeweils noch ein ca. 50-70cm langes Stück Tippet (Fluorocarbon) an [5].

Die nachfolgende Abbildung soll den Aufbau veranschaulichen.

Welche Rute sich für das Skagit fischen eignet, ist individuell und für jeden ein wenig unterschiedlich. Bei mir richtet sich die Wahl der Rute bzw. Schnurklasse, nach dem Streamer, den ich damit werfen möchte.

Als Beispiel: Anfangs Jahr fische ich gerne schwere Groppenmuster und somit brauche ich genügend Power in der Rute sowie in der Schnur, damit sich die Groppe überhaupt aus dem Wasser bewegt. Eine schnelle Einhand- oder Switchrute der Schnurklasse 5 oder 6 reicht da völlig aus. Wenn ich im Herbst kleine Woolly Bugger fischen möchte, macht eine leichte Einhandrute der Schnurklasse 3 unglaublich viel Spass.

Ein nicht zu unterschätzender Vorteil, der häufig den entscheidenden Erfolg bringt, ist die Möglichkeit verschiedene Strömungen im Fluss abzufischen. Bei einer normalen WF Schnur hängt häufig der grösste Teil der Schnur im Wasser und kann somit von der Strömung weggetragen werden. Möchte ich jedoch die andere Seite der Strömung effizient befischen, kann ich mit einem kurzen Schusskopf ganz einfach die Runningline über dem Wasser halten und nur den gewünschten Bereich im Fluss abfischen. Ich habe dies in einer kurzen Videofrequenz dargestellt. Auch soll dieses Video zeigen, wie einfach es ist, ohne Leerwurf und Rückraum einen solch kurzen Schusskopf einzusetzen.

Viel Spass beim Ausprobieren,

Hannes

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