Neuseeland, dritter Teil

Von Haast gings weiter in Richtung Norden der Westküste entlang. Da alle Flüsse graues oder braunes Wasser führten, machten wir immer Versuche im Meer. Die Strassen waren teilweise überflutet und die befischbaren Spots machten sich extrem rar. Einzig in Jacksons Bay hatte mein Bruder zwei Bisse, die er aber leider nicht verwerten konnte:

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In Greymouth blieben wir für 2 Nächte. Da sich der Wind und somit die Wellen im Meer auch an diesem Tag nicht legten, fuhren wir weiter Richtung Nelson. In Murchison blieben wir ebenfalls eine Nacht.

Die Pancake-Rocks nördlich von Greymouth, auf jeden Fall einen Besuch wert:

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Am späteren Nachmittag versuchten es mein Bruder und ich am nahe gelegenen Matiri River. Den ersten Kontakt konnte mein Bruder verzeichnen. Eine kleine, aber wunderschön gezeichnete Forelle schnappte sich seinen Wobbler. Fürs Foto war sie aber zu flink und entwischte über den Kescherrand. Den nächsten Biss konnte ich verwerten. Eine Forelle der gleichen Klasse:

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Einige Würfe später meldete mein Bruder einen weiteren Fisch, dieser stieg jedoch aus, ohne das wir ihn gesehen haben. Das Wasser war wegen den heftigen Regenfällen immer noch ein wenig angetrübt. Mein nächster Wurf brachte mir diese hammer Forelle:

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Dann passierte es! Mein Bruder versuchte den Wobbler zu retten, den er im vorherigen Wurf ans gegenüber liegende Ufer geworfen hatte. Der Hänger löste sich und der Wobbler traf ihn genau im Gesicht! Er blieb an seiner Nase hängen. Davon gibts auch Bilder aber diese bleiben in Familienbesitz. Zum Glück hatte er die Polbrille auf! Trotzdem konnte er sich nicht selber enthaken. Ich eilte herbei und musste feststellen, dass er die Widerhaken stümperhaft angedrückt hatte....Was nun?
Ich öffnete so vorsichtig wie ich konnte den Snap. Das sollte man immer als Erstes machen. Somit kann niemand mehr unbewusst auf die Schnur stehen und eventuell noch mehr Schaden anrichten. Dann versuchte ich den Sprengring zu öffnen und den Wobbler vom Haken zu trennen. Leider kam ich kaum dazu und entschied mich mit der Zange die Öse des Wobblers aufzuschneiden. Das klappte! Danach hing nur noch der Drilling mit dem Sprengring an seiner Nase. So liefen wir den ganzen Weg zurück zum Auto und besprachen was wir tun wollten. Es gibt 3 gängige Optionen, wie man einen Haken wieder los wird:


Option 1: Durchstechen, Widerhaken andrücken oder abknipsen, Haken rausziehen


Option 2: Einen Schnapps runterspühlen und die Situation wie ein Mann lösen. "Einfach" rausreissen


Option 3: Zum Arzt gehen, welcher meistens nichts anderes als Option 2 macht. Eventuell bekommt man aber eine lokale Betäubung.


Da Option 1 bei einem Drilling nicht funktioniert und wir mitten in der Pampa waren, was Option 3 unmöglich machte, blieb nur noch Option 2. Bei dem einen Schnapps bliebs dann aber nicht ;) Eines kann ich euch aber sagen, ich habe meinen Bruder seitdem nicht mehr mit Widerhaken fischen sehen!
Nelson erreichten wir dann am nächsten Tag. Mein Bruder und Dominic wollten sich ein Tattoo stechen lassen. Während sie beim Tättoowierer einen Temin für den Folgetag abmachten, ging ich in einem nahe gelegenen Bach auf die Pirsch. Ich sah viele kleine Bachforellen bis 30cm und einen tollen Aal. Leider blieb ich auch an diesem Tag Schneider.
Der nächte Tag war trüb, regnerisch und kalt. Perfekt für die Tattoos der beiden. Ich entschied mich spontan auch noch für etwas kleines. Gegen Abend stellte Domi fest, dass er sein Trainingsgerät in Murchison vergessen hatte. Wir fuhren also die 150km von Nelson nach Murchison zurück, um es zu holen. Ich ging noch auf die Pirsch in dem Fluss, den mein Bruder und ich zuletzt beangelt haben. Die beiden anderen hatten keine Lust, deshalb das Kescherfoto:

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Ansonsten hatte ich noch einen +-50er Aussteiger und einige Nachläufer um die 30cm.
Geplant war, von 18:00-20:00 zu fischen und dann wieder zurück zu laufen bevor es dunkel wurde. Ich wurde jedoch von heftigen Regenfällen zum umkehren gezwungen. Keine Sekunde zu früh! Der Fluss schwoll mit rasanter Geschwindigkeit an. Ich bin ein guter Schwimmer und kenne meine Grenzen beim Waten. Diese Situation wurde jedoch gegen den Schluss immer brenzliger.
An den Stellen, bei denen mir das Wasser beim Hinweg noch zu den Knien stand, befand es sich beim Rückweg bereits auf Hüfthöhe. Angst um mein Leben hatte ich zwar nicht, aber spassig war die Situation trotzdem nicht. Ich schaffte es unbeschadet bis zum Auto und fuhr zurück. Mein Bruder und Domi machten sich bereits Sorgen, aber die waren schnell vergessen beim gemütlichen Bier im Gemeinschaftsraum.
Von Murchison gings dann erneut in Richtung Meer. Dieses Mal aber nach Picton. Dort hatten wir die Fähre gebucht, die uns nach Norden auf die Nordinsel bringen sollte. Weiter gehts im vierten und letzten Teil. Picton und die Nordinsel


Petri und TL
Tobi

 

 

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