Marc unterwegs – zu Besuch bei der Seepolizei in Twann

Den 3:0 Sieg der Schweiz gegen Honduras noch in den Knochen, schleppte ich mich früh am Morgen aus dem Bett. Die Polizei in Biel erwartete mich…. Doch, keine Angst! Ich habe keine Anzeige am Hals, sondern bin bei der Seepolizei in Twann eingeladen um Einblick in ihre Arbeit zu bekommen.

Auf der Hinfahrt machte ich mir so meine Gedanken. Was hält die Polizei von uns Fischern? Haben sie oft Aerger wegen uns? Fehlende Patente? Fischen in verbotenen Gewässern?

Doch Mike Jungi, der 39 jährige Seepolizist nahm mich äusserst freundlich in Empfang und versicherte mir, dass die Fischer einen guten Ruf hätten.

Wie sehr die Fischerei seine Arbeit tangiert und einiges mehr erzählte er mir während eines Ausflugs auf den See, natürlich mit dem Polizei-Boot und ausgerüstet mit dem fischen.ch Cap (siehe Foto) ;-).

1. Was sind die Aufgaben der Seepolizei? Mike Jungi: Wir haben viele verschiedene Aufgaben. Zu unseren Aufgaben gehört es z.B., bei einer Sturmwarnung die entsprechenden Massnahmen zu ergreifen. Zudem unterstützen wir die Wildhüter bei Problemen auf dem See. Von Rehen und Kühen im Wasser bis zu Schwänen, die sich in Fischerschnüren verfangen haben, haben wir fast alles. Weiter gehören Patrouillenfahrten mit dem Boot zu unseren Aufgaben. Mit der Beseitigung des Schwemmholzes haben wir auch viel zu tun und bei Gewässerverschmutzungen arbeiten wir mit der Feuerwehr zusammen. Natürlich sorgen wir für die Sicherheit auf unseren Gewässern und bergen absinkende Boote und Autos. Für diese Aufgaben ist es wichtig, dass wir gut ausgebildete Taucher sind.

2. Welches Gebiet gehört in Ihre Zuständigkeit?

Mike Jungi: Der Bielersee, die Berner Jura Flüsse und der Oberaargau.

3. Wo im Kanton Bern gibt es weitere Stationen der Seepolizei?

Mike Jungi: Am Thunersee, am Brienzersee, am Wohlensee und hier bei uns in Twann.

4. Wie gross ist das Seepolizei Team hier in Twann?

Mike Jungi: Wir haben ein relativ kleines Team. Unser Team besteht aus 7 Personen.

5. Gibt es viel Kontakt mit den Fischern?

Mike Jungi: Ja! Da wir fast täglich auf dem See sind, kennt man sich. Wir sind auch ständig in Kontakt mit dem seeländischen Fischereiverband und gehen auch ab und zu an Vereinssitzungen um den Puls der Fischer zu spüren. Ich denke dies führt zu einem guten Verhältnis und so können wir auf jeweilige Anliegen der Fischer entsprechend reagieren. Natürlich finden wir immer wieder Köder der Fischer, welche wir dann bei uns stationieren (lacht und zeigt mir die Wand mit den verschiedensten Ködern, siehe Foto). Ich muss aber hier sagen, dass die Fischer sehr angenehme Zeitgenossen sind und wir viel mehr Arbeit mit den Freizeit-Motorböötlern haben….

 

6. Welche Anzeigen stellen Sie am häufigsten aus auf dem See?

Mike Jungi: Das sind Geschwindigkeitsüberschreitungen in der Uferzone. Auf dem See kennt das Gesetz keine Ordnungsbussen wie auf der Strasse, sondern es kommt immer sofort zu einer Anzeige.

Nach dem Interview wurden mir noch einige Manöver auf dem See gezeigt. Spürte ich da noch immer das Feiern der letzten Nacht? Denn als Mike Jungi das Boot mehrmals im Kreis drehte, wurde mir schlecht und ich wünschte mir nichts sehnlicher als das Ufer. Auf meine Frage, ob ich dem Polizei-Boot noch einen flotten fischen.ch-Kleber an den Rumpf klatschen könne, antworteten sie nur mit einem Lacher.

Aber den beiden Fischern Alex und Roger, die am Seeufer ihr Glück probierten, schenkte ich einen Kleber für ihr Boot. :-)

Da ich weiss, dass Matthias und Mauro im Büro schwitzten, streckte ich am Ufer noch die Beine aus. Fühlt sich gut an ☺.... In Langenthal warten aber noch einige Bestellungen darauf, von mir eingepackt zu werden. Uhh - und ein Kunde wollte bei einer Bestellung noch etwas abändern. Schaffen die beiden das ohne mich?! ;-) Ich denke, ich muss mal los!

Vielen Dank an die ganze Seepolizei-Crew in Twann & bis bald!

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