Malediven

Im Oktober 2012 fliege ich mit 4 Freunden in die Malediven. Wir werden von der fünfköpfigen Crew in Empfang genommen und schnell hat jeder sein Einzelzimmer auf dem Boot bezogen, noch schneller die Ruten montiert und eine Stunde später trollen wir bereits.

DSC00181  

Erwartungsgemäss beisst nichts in der näheren Umgebung von Male und so starten wir am Nachmittag mit 100 g+ Poppern und Stickbaits, die wir mit voller Wucht zu den Riffen donnern und im Eiltempo zurückkurbeln. Sofort sind einige Kontakte zu verzeichnen, bis zum Eindunkeln kann aber nur ein GT gelandet werden – unglaubliche Kämpfer und man muss aufpassen, dass man beim Biss nicht das Gleichgewicht verliert und ins Wasser fällt.

DSC0009955fef7cbc82cc

Am Abend ankert die Crew jeweils an einer geschützen Ecke und Naturköderangeln und jiggen ist angesagt. Nach 36 Stunden ohne Schlaf verziehen wir uns dann aber doch in unsere Kabinen.

DSC0019355fef7cf04cd6

Am nächsten Morgen um 6 Uhr früh fahren wir zu einem weiteren Riff, wo teilweise mehrere GT´s gleichzeitig an unseren Ködern hängen. GT’s bis 20 kg und ein Hundszahntun werden gefangen, letzterer wird später als Sashimi serviert.

IMG_4561

DSC0011055fef7cce2f4f

Ich habe in den beiden Tagen schon mehr Fisch gegessen als in meinem ganzen Leben davor. Danach wird mit Wobblern und Oberflächen-Lures Richtung Lhaviyani-Atoll geschleppt. Während dem Frühstück heult abermals eine Rolle los, diesesmal hängt ein wunderschöner Wahoo  mit ca. 130 cm am Lure.

IMG_4567

Den restlichen Nachmittag läuft nicht viel, zwei Fische gehen verloren und ein Sail bleibt nach 2 Attacken leider nicht hängen. Am Abend geht es dann zum Speedjigging. Einige wenige Fische werden auch dort gelandet.

IMG_4620

Währenddessen fährt Bootsjunge Jade mit dem Beiboot zur nächsten Insel und holt neuen Hopfentee, der Wochenvorrat ist bereits nach zwei Tagen aufgebraucht… Danach wechseln wir zum Ankerplatz, wo mit dem Night-Jigging begonnen wird. Es bewährt sich, wenn man an die Jigs Knicklichter befestigt sowie den Einzelhaken mit Plastik-Tintenfische garniert. So endet auch der zweite Tag äusserst interessant, wobei die Crew meint, dass wegen des fehlenden Windes die Fische sehr schlecht gebissen haben.

IMG_4555

IMG_4582

Am dritten Tag wird der ganze Morgen durch geschleppt, in der Hoffnung, dass endlich ein Sail gefangen werden kann, zweimal wird der Köder auch attackiert, leider zu wenig gierig. Insgesamt können wir aber 7 Wahoos fangen.

DSC0055755fef7d12d817

DSCF6917

Am Mittag werden wir dann mit dem Beiboot zu einer kleinen Insel gefahren, wo baden angesagt ist, was wir aber nicht lange aushalten, da wir ja zum Fischen hier sind.

IMG_0748

Dann ruft Kapitän Ibrahim „Popping“ und wir raffen uns auf, diese äusserst anstrengende Technik erfolgreich anzuwenden. Vor dem Ankern jiggen wir dann nochmals wie die Wilden und schnell sind Amberjacks und Black Gt´s an Board.

IMG_0666

Am vierten Tag ist Morgengymnastik angesagt, poppern an einem endlos scheinenden Riff. Wir sehen zum ersten Mal bei einigen Inseln die Luxusbungalows im Wasser, würden aber keinesfalls mit den Touris dort tauschen wollen, für uns ist das Boot der richtige Platz in den Malediven.

DSC0073855fef7d4adb6f

DSC00884

DSC0075655fef7d55c109

Nach dem Frühstück geht es dann weiter mit Trolling. Dies bringt Wahoos und einen Yellowfin Tuna und einen Doggie. Als wir zum Ankerplatz schleppen, steigt ein grosser Fisch auf den Wobbler ein und zieht unglaublich viel und schnell Schnur von der Rolle, leider schlitzt er aus und als wir den Wobbler sehen, stellen wir fest, dass dieser total kaputt gebissen ist.

DSC00906

DSC0077255fef7d60c553

Die nächsten Tage verlaufen ähnlich, wir können viele und verschiedene Fische fangen, bis wir am siebten Tag den Channel Richtung Nord-Male-Atoll überqueren und das Lhaviyani-Atoll verlassen. In der Mitte attackiert ein Marlin einen Oberflächen-Lure, bleibt aber wie gewohnt nicht hängen. Die letzte Nacht ankern wir hier und fangen beim abendlichen Beisammensein noch einen 2 m langen Mantashark und einen grossen Rochen, welche beide Material und Angler an die Grenzen bringen.

DSC00955

DSC0072755fef7d387d10

DSC0018955fef7ce54dcf

DSC0062855fef7d1d9309

DSC00846

DSC0034955fef7d071098

Am letzten Tag fischen wir Richtung Male, am Morgen ist Popping angesagt, leider beissen die Fische überhaupt nicht. Wir wechseln oft die Riffs und jedes Mal werden die Schleppköder raus gehängt. Irgendwann kommt unerwartet doch noch ein Sail, der 3mal nach dem Köder schnappt und das Anschlagsprozedere immer wieder wiederholt werden muss, dann hängt er endlich und reisst gut 200 m von meiner Rolle und springt komplett aus dem Wasser. Nach einiger Zeit ist er schliesslich am Boot, wo er nochmals Gas gibt, dann aber gelandet werden kann – endlich mein erster Sail.

DSC00996

DSC0104655fef7dbb1ef2

DSCF6998

So geht es zum Jiggen- „up, up“ aus der Steuerkabine lässt uns die Nackenhaare zu Berge stehen, denn das bedeutet, wir müssen die Jigs aus durchschnittlich 70 m hochkurbeln und den Platz wechseln. Normalerweise werden nur die untersten 20 m der Wassersäule abgefischt, bevor man den Köder wieder zum Grund sinken lassen kann. Danach ist wieder endloses Popping angesagt, sie beissen aber immer noch überhaupt nicht. Wir fahren von Riff zu Riff und nutzen die wenigen Minuten dazwischen, um uns zu erholen. Wir hoffen, dass der Kapitän nicht zu schnell den Motor drosselt und daraufhin „popping, popping, there is many livebait, cast, cast, faster, faster“ schreit. Doch allzu oft sind die Pausen nur kurz. „Wait, wait, stopp popping, alles Scheisse hier“ passt uns in diesem Moment einiges besser. Während die anderen die Ruten bereits versorgt haben, werfe ich weiter. An einem neuen Riff bekomme ich kurz hintereinander drei Bisse. Erst einiges später bleibt dann ein vom Kapitän auf knapp 25 kg geschätzter GT hängen.

IMG_095255fef7e054c29

Dann geht es Richtung Male, eine unglaubliche Woche geht zu Ende, die Crew war sehr nett und unglaublich hilfsbereit, das Essen exzellent und das Boot war auch super. Die Fischerei ist sehr abwechslungsreich, man kann schleppen, poppern, jiggen und Naturköderangeln. Die Artenvielfalt ist sehr gross und die Bisse und Drills hammerhart. Das Material kommt oft an seine Grenzen und unsere Tackle-Boxen waren danach um einiges leichter.

DSC0028655fef7cf9bb8b

IMG_0962

IMG_4598

DSC00843

 https://www.youtube.com/watch?v=6wRzNwiBNRY

Nach dieser Reise dachten wir, wir können das nicht mehr steigern, es stellte sich aber heraus, dass man dies auch noch als Kleinfisch-Ausflug bezeichnen kann, trotzdem sind wir ein Jahr später wieder auf diesem Boot und erleben erneut eine tolle Woche. See you next week….

 

Das könnte Dich auch interessieren

(0) Kommentare

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.