Kanada -Lachs und Stör

Zwischen meinen Reisen ans Meer, besuche ich immer wieder Fliessgewässer mit Fettflossenträgern. Anfang Oktober 2010 flog ich mit meinen beiden deutschen Kumpels nach Chillliwack, dies liegt ca. 100 km südlich von Vancouver BC.

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Die ersten 5 Tage war Lachsfischen am Chilliwack/Vedder River angesagt.

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Am ersten Tag suche ich mir jeweils einen guten Platz, den man dann die ganze Woche lang befischen kann. Ich bevorzuge eine möglichst enge Stelle, wo die Fische an mir vorbeiziehen müssen, zudem fische ich immer in der Hauptströmung, da dort die stärksten und grössten Lachse durchschwimmen. An den Hotspots neben den Parkplätzen wimmelt es nur so von Anglern, deshalb nehmen wir jeweils eine kleine „Wanderung“ in Kauf und sind dort meist den ganzen Tag alleine.

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Am besten beissen die Fische auf meine selbstgebundenen „Fliegen“.
Man hängt ca. 1,5m oberhalb ein Blei hin und zieht es flussabwärts. Jedoch erwischt man sie auch mit der Fliegenrute oder mit Spinnern.

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Ich war schon zum dritten Mal dort und sah noch nie so viele Fische, v.a. die sonst eher seltenen Silberlachse zogen immer wieder an uns vorbei. Es ist jedoch nicht ganz so einfach und die Fische sind auch nicht so zahlreich, dass man vor lauter Fisch den Untergrund nicht mehr sieht, sondern man muss schon sehr „arbeiten“ und mit der richtigen Technik fischen. Dies ist jedoch genau der Reiz für mich, denn wenn die Fische zu gut beissen, wird es schnell langweilig. 4 Jahre später war es dann wieder anspruchsvoller.

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Die Drills sind spektakulär, mit Abstand am meisten Radau machen die Königslachse. Während die Exemplare bis 1m Länge meist nach dem Biss springen und dann flussabwärts schiessen, ziehen die King-Omis sofort flussaufwärts.

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Die Silberlachse liefern während des ganzen Drills viele Sprünge und ziehen auch ordentlich Schnur von der Rolle.

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Die „schwächsten“ Kämpfer sind die Hundslachse, obwohl die metrigen auch schön Gas geben.

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Die Buckellachse kommen nur in den ungeraden Jahren in die Flüsse zurück und Rotlachse gibt es im Chilliwack/Vedder River und sehr wenige und sind dort auch geschont. Ganz selten kann man noch Dolly Varden fangen. 

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Tag 6 und 7 buche ich jeweils einen Guide mit Boot und es geht ab auf den Fraser River zum Störangeln. Dies ist zwar eine passive Angelei, ist jedoch auch sehr spannend, wenn gleichzeitig mehrere Ruten wackeln. Die Bisse sind sehr fein und man muss sofort gewaltig anschlagen. Als Köder werden vergammelte Lachse und deren Eier genommen. Die Drills sind brutal, selbst die kleinen Fische um die 1,2m reissen die Rute fast über Bord. Ich empfinde die Exemplare um die 1,8 m am angenehmsten, diese ziehen einerseits ordentlich ab, geben aber auch irgendwann auf, während die Fische über 2 m fast nur noch mit ihrem Gewicht arbeiten und dann ist es doch sehr anstrengend, zumal ich die Power-Drill Methode bevorzuge. D.h. man gibt dem Fisch keine Sekunde Erholung (und sich selbst natürlich auch nicht…), einerseits verhindert man so ein zu langes Drillen des Störes, andererseits verliert man keine wertvolle Beisszeit, denn wenn einer drillt, sind die anderen Köder eingezogen. Fische über 2 m können gut und gerne bei der ersten Flucht 200 m Schnur von der Rolle reissen und springen teilweise komplett aus dem Wasser.

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Im 2010 gab es im Fraser so viele Rotlachse, dass die Störe ziemlich vollgefressen waren und somit schlecht bissen, v.a. die grossen wollten nicht richtig. Wir fingen ein Exemplar von 210 cm, zwei von gut 170 cm und der Rest war um die 120 cm. An beiden Tagen landeten wir insgesamt 13 Stück und verloren 8.

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Da alle Störe zurückgesetzt werden müssen, gibt es richtig viele davon. Manchmal sind sie aber schwierig zu fangen und da braucht man den richtigen Guide. Während die meisten Guides einen Köder dabei haben und diesen dann 2 h am gleichen Platz fischen, wechselte unserer ständig die Baits. Er hat immer alle 5 Lachsarten an Bord. An einem Tag beissen sie z.B. nur auf Hundslachsfetzen, an einem anderen nur auf Rotlachs-Eier und dann wieder nur auf die Kombination von Königslachsfetzen und –eier.
Nach einigen Stördrill habe ich es jeweils gesehen, da es schlussendlich doch immer das gleiche ist, so entschlossen wir uns, noch zum Harrison River zu fahren. Das ist ein klarer Fluss, der voll mit Lachsen ist. Mit Schwimmer und Jig erwischt man kinderleicht Hundslachse und mit dem Spinner die Silberlachse.

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 Der nächste Ausflug geht wieder ans Meer, stay tuned!
 

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