Fischen mit Jerkbaits

Mit zwei Tagen Verspätung schaffe ich es doch noch ans Wasser. Obwohl ich solange darauf gebangt habe, verpasse ich die offizielle Hechteröffnung vom 1. Mai, zu viele andere Termine füllen meinen Kalender. In der langen Wartezeit davor, beschäftigt man sich sehr intensiv mit der kommenden Saison und neue Ideen entstehen dabei. Die Idee Jerkbaitfischen bringe ich nicht mehr aus meinem Kopf und meine Rutensammlung wird kurz darauf um ein Mitglied reicher.



Die Rute - kurz und knackig!

Die Rute darf nicht zu lange sein, damit man die ruckartigen Schläge bequem ausführen kann. Ich habe mich für eine Westin W3 Jerkbait entschieden. Diese hat mit 195cm eine perfekte Länge. Abgesehen von der Länge der Rute ist auch das Wurfgewicht entscheidend. Klassische Jerkbaits sind in der Regel grosse und schwere Köder. Deshalb werden dazu Ruten mit hohem Wurfgewicht benötigt. Die W3 Jerkbait gibt es in drei verschiedenen Ausführungen. Ich habe mich für die Mittlere von 20-80 Gramm Wurfgewicht entschieden. Dass sie locker ein bisschen mehr wirft, merkt man bereits wenn man sie in die Hand nimmt. Ich traue ihr da sogar bis zu 100 Gramm zu, was gleichzeitig auch einem sehr guten Wurfgewicht einer Standard-Jerkrute entspricht.

Die Rolle - robust muss sie sein!

Damit man auch lange Freude an seiner Rolle hat, ist darauf zu achten, dass man sich für ein robustes Modell entscheidet. Bei mir wurde es die neue Ambassadeur Svartzonker von Abu Garcia. Mir gefällt das klassische Design einer Rundprofilrolle in mattem Schwarz. Wie alle Ambassadeur Rollen ist sie ein Arbeitstier, das mit dieser intensiven Fischerei bestimmt gut zurechtkommen wird. Ob Round- oder Lowprofile ist schlussendlich Geschmacksache, solange die Rolle robust gebaut ist. Generell empfehle ich zum Jerken eine Multirolle. Diese sind einfach langlebiger und liegen für diese Art Fischerei bequemer in der Hand als eine Stationärrolle.

Neue Combo - bereit für Fisch!
Jerkbaits: So sehen sie aus!

Die Schnur - eine Glaubensfrage?

Die meisten würden darauf eine ganz klare Antwort geben: Geflochtene Schnur! So bringt man die Schläge direkt auf den Köder und er reisst in seinem Lauf stärker aus. Für meine Combo hätte ich üblicherweise eine geflochtene Schnur mit einem Durchmesser von 0,30mm gewählt. Da ich aber auch gerne mal was Neues ausprobiere, habe ich die Ambassadeur mit einem 0,40mm Fluorocarbon von ProRex bespult. So lässt sich auch ein grosser Wobbler, der ordentlich Druck macht, ein wenig angenehmer führen. Das Fluorocarbon federt so die Vibrationen der grossen Köder hervorragend ab.
Willst Du ausschliesslich Jerkbaits fischen: Nimm eine geflochtene Schnur. Fischst Du auch noch andere grosse Wobbler daran: Auch ein FC kann eine gute Wahl sein.

Die Köder - häufig unterschätzt!

Bei uns hat sich der Jerkbait nie komplett durchgesetzt. Vielleicht liegt es daran, dass unsere Seen häufig sehr tief sind und die Lauftiefe eines Jerkbaits irgendwo begrenzt ist. Aber jetzt fürs Frühjahr, wo sich die Hechte noch in den Flachwasserbereichen aufhalten, kann der Jerkbait eine wahre Geheimwaffe sein. Den unverwechselbaren Lauf eines Jerks kriegen die Hechte nur selten zu Gesicht. Da wo häufig verwendete Köder eiskalt ignoriert werden, kann das hypnotische Hin- und Herlaufen eines Jerkbaits einen Biss provozieren.
Der typische Jerkbait besitzt keine Tauchschaufel und läuft eher flach. So eignet er sich bestens für flache Buchten und Uferzonen, aber auch wenn die Hechte nahe an der Oberfläche stehen.

Die Köderführung - Mehr als einfach nur einleiern

Einfach nur reinkurbeln funktioniert nicht. Jedenfalls bei den klassichen Jerkbaits tut sich so nicht viel. Damit der Köder Leben entwickelt, bist Du gefragt. Du musst dem Jerkbait Leben einhauchen. Und das machst Du, indem Du mit Schlägen in die Schnur den Köder in verschiedene Richtungen ausbrechen lässt. Daher kommt auch die Bezeichnung "Jerken". Denn das heisst im Englischen "rucken". Die ruckartige Köderführung gibt dieser Fischerei also seinen Namen.
Damit dies gut gelingt, hält man die Rute am besten frontal vor sich und schlägt sie in Richtung der Wasseroberfläche. Hier wird auch klar, weshalb Jerkruten besonders kurz ausfallen, denn mit langen Ruten würde man dabei ständig ins Wasser schlagen.

 

Tight Lines und viel Spass beim Ausprobieren,
André

Combo erfolgreich eingeweiht mit einem Westin Swim.
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