Döbel auf kunstköder


Mittlerweile ist es kein Geheimnis mehr, dass gerade grössere Döbel gerne mal räuberisch unterwegs sind. Oftmals sind sie Beifänge wenn wir auf Raubfische wie Egli oder Forelle unterwegs sind. Früher kam es bei mir oft vor, dass sich ein Döbel beim Forellenfischen meinen Spinner schnappte. Das Schlüsselerlebnis dazu war aber vor etwa 4 Jahren am Sihlsee. Ich fischte an einem Bacheinlauf welcher eigentlich immer Fisch brachte, mit einem 5cm Gummi auf Egli. Ich war wie die Male zuvor auch erfolgreich und konnte einige Egli fangen. Auf einmal bog sich meine Rute fast zu einem Halbkreis und nach einem kurzen und knackigen Drill, kam ein toller +-50er Döbel zum vorschein. Irgendwie löste dieses Erlebnis in mir den Wunsch aus, vermehrt aktiv auf Döbel zu fischen.

Rein anatomisch betrachtet, sind Döbel wirklich gute Raubfische! Der kräftige Körper und die grosse Schwanzflosse verleihen dem meist in der Strömung stehenden Fisch enorme Kraft und Geschwindigkeit.
Doch mit welchem Köder stellen wir jetzt am besten gezielt dem Döbel nach? Auffallend ist sicher, dass der Lebensraum von Döbel und Forelle fast kongruent ist. Das bedeutet sie haben in etwa die gleichen Futterquellen. Wir fahren also zum Anfang nicht schlecht mit "normalen" Forellenköder. Spinner, Wobbler oder Gummis leisten hier gute Arbeit. "Normal" desshalb, weil sich von Region zu Region das Futterangebot und die Fressgewohntheiten der Fische unterscheiden. Bei uns laufen zum Beispiel Wobbler zwischen 5cm und 7cm ganz gut auf Forellen. Wo anders ist das vielleicht zu klein oder zu gross, der Spinner ist fängiger oder die Fische bevorzugen einen Gummifisch. Den perfekten Döbelköder gibts deshalb nicht. Respektive nicht für die Allgeimenheit, da einfach zu viele Faktoren über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Ich brauchte ungefähr ein Jahr um den perfekten Döbelköder für mein Gewässer zu eruieren. Es handelt sich um einen 6cm Wobbler von Patriot, ganz in silber mit roten Augen. Tauchtiefe 1-1.5m und Floating. Ich habe mit Abstand am meisten Fische auf diesen Köder gehabt. Das liegt aber mit Bestimmtheit auch daran, dass ich ihn am meisten benutzt habe. Statistisch gesehen bringt er zwar am meisten Fische, verbringt aber auch die meiste Zeit im Wasser. Das relativiert das Ergebnis.


 Ein etwas anderer aber durchaus intressanter Aspekt als die Farbe ist auch das Geräusch beim auftreffen aufs Wasser und im Wasser selbst. Vielfach kommt es bereits kurz nach dem Aufprall aufs Wasser zum Biss. Irgendwie fühlen sich Döbel von dem klatschen aufs Wasser angezogen. Wichtig hierbei ist, Verlust in Kauf zu nehmen und so nah wie möglich an den Unterstand des Fisches werfen. Je näher, desto besser. Ein weiterer wichtiger Punkt ist auch, kurz vor dem Aufprall den Rollenbügel bereits geschlossen zu haben und die Bremse gut voreingestellt zu haben. Kommt jetzt der Biss, muss man den Fisch sofort vom Unterstand weg dirigieren, wenn er einmal drin ist, bekommt man ihn gar nicht oder nur sehr schwer raus. Teilweise erinnert mich das Döbelfischen sogar ein wenig an das Schwarzbarsch angeln und macht mit dem geeigenten Tackle unheimlich Spass.

Ich benutze eine 2.10m Spinnrute, 4-12g WG MFast, kombiniert mit einer 2500er Stationärrolle und einer 4kg Geflechtschnur. Oft wird beim Forellenangeln oder eben auch Döbelangeln zu monofiler Schnur geraten. Ich persönlich bin aber kein Fan davon. Die Theorie besagt, dass man mit einer Schnur die wenig Dehnung hat, mehr Aussteiger hat. Ich fischte früher oft mit Drillingen und Mono, heute aber eigentlich nur noch mit Einzelhaken ohne Widerhaken und geflochtener Schnur. Ich kann bei der Aussteigerquote praktisch keinen Unterschied feststellen. Das soll aber jeder für sich selber entscheiden. Wichtig ist, dass es Spass macht ;)
Petri Heil und TL
Tobi

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