Die Fischerei mit dem Glavinjara-Köder

Die Fischerei mit den Glavinjara Ködern (lipless Soft- oder Hardbaits) ist nicht ganz einfach. Um diesen äusserst vielseitig einsetzbaren Köder auch richtig fischen zu können, werden in der Folge die wichtigsten Techniken erklärt, damit dem Erfolg am Wasser nichts mehr im Weg steht.

Die richtige Auswahl
Um die Auswahl richtig zu treffen ist es unerlässlich einige Parameter zu bestimmen die am wichtigsten sind um erfolgreich zu sein. Am wichtigsten sind zweifelsfrei die Bedingungen am und im Wasser. Diese sind:
• Tiefe und Strömung im Wasser
• Entfernung vom eigenen Standpunkt bis zur "fängigen Zone"
• Wasserbedingungen (Wasserstand, Trübheitsgrad, Wassertemperatur) sowie äussere Wetterbedingungen
• Art und Grösse des Zielfisches

Aufgrund dieser Parameter werden bestimmt:
• Gewicht
• Länge
• Vibration sowie Präsentation
• Farbmuster
• Eventuelle zusätzliche Reize wie Spinnerblättchen oder Federn

Gewicht
Das Gewicht der Glavinjara sollte immer so leicht wie möglich gewählt werden. Dies unter Berücksichtigung der vorhin aufgeführten Parameter, d.h.: "fängige Zone" in Wurfdistanz, ausreichend Gewicht um über einen längeren Zeitraum in der "fängigen Zone" präsentiert werden zu können, aber nicht zu schwer um die ganze Zeit den Grund aufzuwühlen während des Einholens und somit Hänger zu provozieren. Man kann also die Auswahl des Gewichts der Glavinjara mit der Auswahl der Jigköpfe beim klassischen Jiggen vergleichen. Im Grundsatz kann davon ausgegangen werden, dass die Glavinjara im Vergleich zum Softbait mit Jigkopf an derselben Stelle immer ein klein wenig schwerer gewählt werden sollte, dies aufgrund des höheren Drucks der bei der Köderpräsentation erzeugt wird und den die Glavinjara im Wasser erzeugen muss um ihr fängiges Spiel zu entfalten.
Die Mehrheit der Glavinjara Hersteller produziert mehrere Gewichte von Glavinjaras in derselben Grösse und Farbmuster- eben aus dem Grund um mehrere Verhältnisse mit demselben Bait abfischen zu können.

Grösse
Wie auch bei anderen Ködern, muss auch die Glavinjara was die Grösse angeht entsprechend dem Beuteschema des Zielfisches entsprechen. Hier spielt bei der Glavinjara wieder das Gewicht eine wichtige Rolle- je grösser desto schwerer.
Eine Universalgrösse von ca. 55-65mm kann gut an Gewässern verwendet werden an denen man keine oder noch nicht ausreichende Kenntnis hat. Ansonsten gilt wie mit anderen Ködern auch die Grösse des Baits dem Zielfisch anzupassen. Die Grösse pro Zielfisch kann in etwa in folgende Klassen geteilt werden: Forelle, Barsch: 35-50mm; Döbel, Rapfen, Barbe: 40-60mm; Zander: 50-80 mm; Wels, Hecht und Huchen: 70mm und länger. Keine Regel ohne Ausnahme. Oft knallen auch kapitale Barsche auf 70er Glavinjaras und umgekehrt grosse Hechte auf einen 35er Glavinjara.
Obwohl es sich bei den Glavinjaras um Universalköder handelt, sollte die Länge wenn immer möglich dem Zielfisch angepasst werden.

Vibration
Als erstes sei gesagt das die zwei folgenden Punkte Vibration und Präsentation die beiden wichtigsten sind! Die Vibration ist bei gewissen Modellen selbst steuerbar. So kann die Schwanzpartie beispielsweise für eine höhere Vibration nach oben gebogen werden oder in umgekehrter Richtung für weniger Vibration. Erschrecken Sie dabei nicht ab der Verformbarkeit- das muss so sein. Auch gibt's Modelle mit zwei Einhakösen am Rücken, beide für verschiedene Vibrationsstärken zuständig. Hier gilt der Grundsatz: näher zu Schwanz eingehakt= stärkere Vibration, näher zum Kopf eingehakt= weniger Vibration. Im Grundsatz sollten aber die Köder so belassen werden wie sie sind. Erst mit einer gewissen Erfahrung kann man mit gutem Gewissen seine eigenen fängigen Formen formen.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass in kälteren Jahreszeiten eher die ruhiger arbeitenden Glavinjaras gewählt werden und während den Sommermonaten ordentlich Radau mit viel Vibration gemacht werden muss. Ungeschriebene Gesetzt besagen, dass unabhängig von der Jahreszeit Hecht und Wels eher auf mehr Vibration stehen, während Zander und insbesondere der Rapfen bei kleineren Vibrationen übermässig oft zum Biss verleitet werden.

Präsentation
Glavinjaras erlauben uns ein sehr grosses Spektrum an Möglichkeiten zur Präsentation. Der Fantasie sind bei der Führung des Köders praktisch keine Grenzen gesetzt- die Fängigkeit bleibt in der Regel immer bestehen. Die wohl häufigste Art mit ihnen zu fischen ist das klassische Jiggen. Dabei wird für die aktive Phase meist nur die Rute schnell angehoben, bevor man sie wieder zur Wasseroberfläche neigt und die eingeholte Schnur auf die Rolle aufkurbelt. Während dem Anheben der Rute ist die Vibration des Köders klar spürbar. Sehr viele Bisse erfolgen dabei in der Absinkphase. Seien Sie also jederzeit bereit für einen Anhieb!
"Leergang" wird die Methode genannt welche oft in Fliessgewässern zum Einsatz kommt. Dabei wird die Glavinjara parallel zur Strömung oder maximal einige Grad aufwärts entgegen der Strömung geworfen. So kann über die gesamte Breite des Fliessgewässers der Köder einfach in der Strömung gehalten werden, während die Vibration durch die Strömung erzeugt wird. Kommt der Köder am wieder an dem Ufer an, an welchem man selbst steht, so kann erneut ausgeworfen werden. Bei dieser Art der Fischerei ist es sehr produktiv wenn sie den Köder immer wieder auf den Grund aufschlagen lassen in dem sie entsprechend die Rutenspitze bewegen.
"Stop-and-go" ist vor allem an Seen sehr effektiv. Sie werfen den Köder aus und lassen ihn auf die entsprechende Tiefe sinken. Dann holen Sie ihn in gewünschtem Tempo ein und stoppen diesen jeweils abrupt für ganz kurze Zeit. Oft werden Sie bei Wiederaufnahme des Einholens der Schnur genauso abrupt mit einem Biss aus Ihren Träumen gerissen!
"Speed-Floating" spricht vor allem Oberflächenjäger an. Das können verschiedene Fischarten sein. Dabei werfen Sie aus und stoppen den Flug des Köders noch vor dem Aufschlag oder unmittelbar nach dem Aufschlag aufs Wasser. Sofort wird mit sehr schnellem Einholen der Schnur begonnen. Während dem Einholen kann für Richtungsänderungen mit der Rutenspitze gespielt werden. Pausen nur wirklich sehr kurz gestalten, vielleicht maximal für die Dauer von nicht einmal einer Sekunde. Willige Rapfen sind bei dieser Art das Hauptbeuteschama. Aufgrund des schnellen Schnureinholens eigenen sich für diese Art der Fischerei vor allem Rollen mit hohen Übersetzungen.

Farbmuster
Die Farbe der Glavinjara wird in Abhängigkeit vom Trübheitsgrad des Wassers, der Wetterverhältnisse sowie der Tiefe des Gewässers und des Zielfisches gewählt. Viele Parameter… Betreffend Wasser und Trübheitsgrad gilt die allgemeine Volksregel: trübes Wetter/Wasser: grelle Farben, klares Wetter/Wasser: keine auffälligen Schock-Farben. Aber wirklich sehr vereinfacht geschildert...
Ein wichtiger Indikator ist auch die Vegetation in welcher sich unser Zielfisch bewegt. Ich befische ihn grundsätzlich gerne in natürlichen Farbmustern welche seine Beute imitieren. Bei ausstehendem Erfolg über einen längeren Zeitraum wird dann gerne mal experimentiert und zu Schock-Dekors gegriffen. Oft wird auch behauptet scharfe Farbübergänge auf dem Köder selbst erwecken im Fisch ein gewisses Interesse.
Schlussendlich aber hat sowieso ein jeder Fischer seine eigenen Vorlieben was die Farbmuster betrifft. Folglich fischt er diese am meisten und fängt auch damit. Warum also wechseln? Naja- probieren Sie's mal aus! Die Farbmuster Auswahl ist also nicht anders wie bei anderen Spinnködern.

Zusätzliche Reize
Wirft man einen Blick nach Japan so fallen einem die zusätzlich montierten Spinnerblättchen oder mit kleinen Federn geschmückte Drillinge auf. Nicht auszuschliessen, dass auch dies an bestimmten Tagen den Unterschied ausmachen bzw. den Biss bringen kann. Hier können Sie mit Ihrer Glavinjara der Fantasie freien laufen lassen- Mut zum Tuning sozusagen!
Achten Sie dabei darauf die Zusätze nicht zu gross zu wählen. Ein am Schwanz montiertes und zu grosses Spinnerblättchen kann beispielsweise den Lauf der Glavinjara negativ beeinträchtigen. Das Spinnerblättchen wird sehr oft als Zusatz verwendet- der zusätzliche Reiz in der Absinkphase kann uns an Schlechten Tagen vor dem Schneidertag retten!
Mit dem Federzusatz am Schwanzdrilling hingegen bezweckt man eine Abschwächung der Vibration- vor allem also beim Fang vom Rapfen oder Zander interessant. In beiden Fällen ist der zusätzliche optische Reiz leicht wahrnehmbar und nicht abzustreiten.
Gewisse Hersteller arbeiten mit Rasseln die in grösseren Modellen verbaut werden- was damit bezweckt wird ist hinlänglich bekannt.

Gut zu wissen
Bei der Fischerei mit Glavinjaras ist es ratsam ein Vorfach aus Fluorcarbon oder ähnlichem zu verwenden. Oft fischt man in Grundnähe und die Hängergefahr ist allgegenwärtig. Verwenden sie einen Snap um Köder leicht wechseln zu können. Viel Spass!

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