Deutschland-Tour Juni/Juli 2015

Nachdem ich schon oft die Fotos mit den schönen Bächen und Flüssen im Norden Deutschlands bestaunt hatte, brauchte es vor einigen Monaten keine Überredungskünste von meinem in der Nähe von Flensburg wohnhaften Kollegen Sven Matthiesen und der Entschluss war gefasst: Ich fahre in den Norden!

Da ich keinen Plan hatte was mich so alles erwartet, füllte ich den Kofferraum mit allen möglichen und unmöglichen Ruten, Rollen und Köderboxen und nahm am 21. Juni voller Vorfreude die ersten 444 Kilometer in die Nähe von Trier unter die Räder.
Dort traf ich zuerst Jannik, meinen jungen Admin-Kollegen einer deutschen Facebook-Gruppe. Nach einer herzlichen Begrüssung lösten wir am frühen Nachmittag Tageskarten für einen idyllischen kleinen Bach in der Nähe.

Dabei handelte es um ein reines Fly only Gewässer, welches allerdings wegen dem sehr starken Bewuchs von wenigen Abschnitten abgesehen, nur sehr schwierig zu befischen war. Obwohl Jannik und auch ich in Sachen Fliegenfischen noch blutige Anfänger sind, konnte ich schon bald den ersten Biss auf die Trockenfliege verzeichnen. Jannik wechselte nach vielen erfolglosen Würfen auf die Nymphen und konnte schon bald seine erste Bachforelle mit der Fliegenrute überlisten.

 
Nach einigen nicht verwerteten Bissen auf meine Trockenfliege wechselte ich dann auch auf die Nymphen und konnte so schon bald eine kleine getupfte Schönheit begrüssen. Danach konnten wir noch einige kleinere Alets zum Anbiss überreden, die Grossen waren allerdings zu misstrauisch.

Den tollen Tag beendeten wir bei einem XXL-Schnitzel, einem Bier sowie interessanten und lustigen Gesprächen.

Am nächsten Morgen ging es früh Richtung Flensburg, wo ich mich gegen Abend mit Sven traf. Sven hatte gerade so eine richtige Pechsträhne hinter sich (Motorschaden an seinem Boot und dazu war die Wasserpumpe von seinem Auto defekt).

Zuerst nahm ich bei ihm zuhause seinen Anglershop unter die Lupe. Für mich ein wahres Paradies mit vielen interessanten Ruten, Westen, Feumern und Kunstködern.

Noch mehr freute ich mich aber auf die erste Pirsch am kommenden Morgen an seinem Hausgewässer. Nach einer kurzen Autofahrt und einer ebenso kurzen Wanderung durch wunderschöne Wälder, erreichten wir am Dienstagmorgen den kleinen Fluss und schon der erste Anblick liess mir den Atem stocken. Es roch hier förmlich nach Fisch und der Bach mit vielen tiefen Gumpen, überwachsen mit Bäumen und Sträuchern und an anderen Stellen umgeben von mannshohem Schilf und Brennnesseln ist die Wohnstube von Forellen, Barschen, Hechten (leider) und es steigen dort ganz besonders im Spätsommer tolle Meerforellen und Lachse auf.

Trotzdem hatten wir zuerst keinen Fischkontakt, was dort gemäss Sven sehr ungewöhnlich ist. Das muss wohl am Wetter oder der überdurchschnittlichen Wassertrübung gelegen haben. Wir Fischer finden immer eine Ausrede.

Nach zwei Standortwechseln (der Bach/Fluss ist unendlich lang), konnte Sven die erste kleine Bachforelle vom Haken befreien und kurz darauf hatte ich eine heftige Attacke, die mir das Adrenalin in den Kopf steigen und mich für wenige Sekunden vom Fang einer Meerforelle oder stattlichen Bachforelle träumen liess. Doch schon bald bemerkte ich, dass hier etwas faul ist und konnte nach einigen Schwierigkeiten am unzugänglichen Ufer den ersten Hecht von etwas über 50 cm an Land begrüssen.

Nach diesem ersten Ausflug voller toller Eindrücke ging es an diesem Tag wie auch den folgenden zuerst zu Sven nachhause, wo er seinen Sohn und mich jeweils hervorragend bekochte und am Nachmittag bis in die späten Abendstunden ging es jeweils wieder auf Pirsch.

Einfach toll die das Waten in diesem abgeschiedenen Gewässer, das Kämpfen durch den Schilf-Urwald und die Bisse der kleineren Forellen (bis rund 30cm), den Barschen und meinem (täglichen) Hecht.

Sven wollte mir aber noch viel mehr zeigen. Am Donnerstag befischten wir zuerst seinen privaten Weiher und testeten dabei verschiedenste von seinen Ködern. Sven hatte zuerst einen tollen Drill auf einen Topwater-Hardbait-Frosch und konnte kurz danach einen schönen Barsch überlisten.

Nur wenig später konnte ich einen kleineren schön gezeichneten Hecht wieder in sein Element entlassen.

Am Nachmittag waren wir dann von Thomas Czapla für eine Dorsch-Pirsch auf der Ostsee eingeladen.

Das war weit mehr als nur eine Abwechslung! Bei Tom, der auf seinen sehr schönen Boot auch professionell Ostsee-Guidings zu vernünftigen Konditionen anbietet, wird auf eine sehr moderne Art gefischt, d.h. nicht mit dem langweiligen Pilkern, sondern dem Werfen mit schweren Jigköpfen und fängigen Gummifischen.

Nach dem zweiten Wurf gegen den Horizont und dem ersten Drill war ich noch überzeugt, dass diese Fischerei ein Kinderspiel ist. Weit gefehlt; ich musste danach eine längere Durststrecke durchstehen und war sehr dankbar für die Tipps von Tom.

Wir konnten in rund drei Stunden gegen 50 Dorsche drillen, wobei wir nur wenige und diese klar über dem Mindestmass mitgenommen haben.

Vielen Dank Tom für dieses Guiding und wer einmal in der Ostsee erfolgreich und mit modernen Methoden auf Dorsch fischen möchte, kommt um dich nicht herum.

Nur allzu schnell neigten sich die Tage mit Sven zu Ende, aber ein letzter Ausflug mit ihm an den Fluss genoss ich in vollen Zügen. Die Forellen zeigten sich bedeutend beissfreudiger als in den vergangenen Tagen und wir konnten gut 10 Forellen bis rund 30cm vom Haken lösen und wie gewohnt hatte ich auch wieder meinen täglichen Hecht-Drill.

Das war aber noch nicht das Ende vom Ausflug in den Norden. Für den Samstag hatte ich mich mit dem sehr engagierten und begeisterten Jungfischer Bjarne verabredet. Zuerst befischten wir eine kurze Strecke an einem kleinen Bach, wo ich die erste kleine Forelle des Tages überlisten konnte. Danach zog es uns an denselben Fluss, den ich mit Sven befischt habe, aber auf einen anderen Abschnitt. Dort blieb mir der tägliche Hecht vergönnt, doch Bjarne konnte schon bald ein kleines Krokodil landen.

Trotz den vielen Kanuten hatten wir noch einige Fehlbisse und Bjarne konnte noch den einen und anderen Fisch landen.

Leider endete für mich nach diesem schönen Ausflug mit Bjarne die Zeit im Norden und voll beladen mit viel neuem Tackle aus dem Shop von Sven unter anderem einer tollen neuen Brave-Spinnrute und vielen eindrücklichen Erinnerungen machte ich mich in Etappen auf den Rückweg.

Ein Entschluss ist aber bereits gefasst; sobald wie möglich fahre ich wieder die paar Kilometer in den Norden hoch und freue mich sehr auf das Fischen und ganz besonders ein weiteres Treffen mit den ausserordentlich gastfreundlichen und tollen Kollegen Sven, Tom.

Damit war die Deutschland-Tour noch nicht abgeschlossen (wer bis zu diesem Satz den Beitrag gelesen hat, sollte einen Orden bekommen).

Nach einigen Tagen in der Schweiz und Ausflügen an meinen Hausbach, war ich am Samstag von Christian und Janik für eine Pirsch an einem Pachtbach in der Nähe von Sigmaringen eingeladen. Pünktlich um 7 Uhr trafen wir uns am Bach und schon bald waren die Ruten scharf gemacht.

Wir befischten dieses Traumgewässer mit unterschiedlichen Methoden, beziehungsweise Ködern. Christian zuerst mit dem Gummifisch, der junge Janik mit der Fliegenrute und ich mit dem Wobbler.

Janik war mit der Nymphe schon schnell erfolgreich und Christian konnte schon bald seine erste schöne Bachforelle auf Gummi überlisten und gut eine Stunde später eine weitere sehr schöne. Auch ich konnte die ersten Forellen an diesem Bach haken, hatte aber auch einige Aussteiger.


In der Zwischenzeit fuhr ich nach Sigmaringen, wo ich an der jungen Donau fette Karpfen und auch eine Rotwangen-Schildkröte sichten konnte.

Die Forellen zeigten sich am Abend an diesem wunderschönen Bach mit einem hervorragenden Bestand an Bachforellen und Äschen gegen Abend wieder sehr beissfreudig und wir konnten noch einige gut genährte zwischen 30 und gut 35cm überlisten. Es gibt dort aber noch ganz andere Kaliber wie wir unschwer erkennen konnten, allerdings werden die ganz Grossen von über 50cm nicht umsonst so gross.

Gegen 21 Uhr fuhr ich dann zu meinem Kollegen Hannes und seiner Familie und genoss noch das eine und andere Bier im Garten.

Hannes konnte für mich eine der kaum erhältlichen Gastkarten an seinem tollen Hausbach organisieren und so zogen wir am kommenden Morgen, zuerst mit seinen beiden kleinen Jungs los.

Schon beim ersten Wurf konnte ich eine erste Forelle zum Anbiss auf den Keitech-Easy-Shiner überreden und schon bald folgte Nummer zwei.

Nachdem wir die beiden Jungen von Hannes bei seiner Frau abgeliefert hatten (was den beiden gar nicht gefiel), pirschten wir bei brütender Hitze weiter am Bach. Wir konnten dabei zahlreiche Forellen bis gut 35cm überlisten und sowohl Hannes als auch ich hatten je eine Attacke von einer Grossen von rund 50cm.

Danach gab es eine Durststrecke, aber plötzlich konnte ich erkennen, wie sich die Rute von Hannes so richtig krümmte und kurz darauf konnte ich seine für die Verhältnisse dort sehr schlanke Bachforelle von 53cm feumern. Ein dickes Petri Hannes!

Gegen 15 Uhr war die Deutschland-Tour aber definitiv beendet.

Hannes (mit dem ich schon in den vergangenen Monaten tolle Tage am Bach und auf dem Eis erlebt habe), Christian und Janik sind tolle Kollegen und auf ein baldiges Wiedersehen freue ich mich sehr. In knapp ein dreiviertel Stunden bin ich in Sigmaringen (liegt also praktisch vor meiner Haustüre).

Zum Abschluss noch einmal ein ganz grosses Danke an alle meine deutschen Kollegen Jannik, Sven, Tom, Bjarne, Christian und Janik die mir diese unvergesslichen Momente ermöglicht haben. Ihr seid echt toll!


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