Costa Rica

Im August 2009 machte ich mich mit meiner Frau auf den Weg nach Costa Rica.

Zuerst durchquerten wir das halbe Land mit dem Bike und dem Rafting Boot bis unsere begleitete Tour an der Pazifikküste in Samara endete. Dort traf ich zwei angelverrückte Einheimische, die mit einem 10 kg Snook an mir vorbeispazierten. Gleich am nächsten Morgen nahmen sie mich zu einer Flussmündung mit. Wir standen bis zur Brust im kaffeebraunen Wasser und warfen unsere Wobbler raus (weisse, flachlaufende Wobbler, die mit einem Stück Blei am hinteren Drittel versehen waren, damit sie weiter fliegen und sich langsamer bewegen, sind die Topköder für Snooks). Ich erwischte dann auch einen kleinen Snook.

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 Angeblich ist die Gegend um Samara und Richtung Süden das weltbeste Revier für grosse Snooks, 10 kg Fische seien normal. Auf dem Rückweg erzählten sie mir dann, dass es im Fluss viele Krokodile gibt…

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Ein Tag später ging es für die kommenden 8 Tage nach Tamarindo, wo wir gleich am ersten Tag eine Tierbeobachtungstour durch die Mangroven buchten. Wir sahen viele Vögel, grosse Leguane, Affen, Krokodile uvm. Ich schleppte während der Fahrt natürlich zwei kleine Wobbler durchs Wasser und fing Red Snapper, Black Snapper und Snooks. 

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Am darauffolgenden Tag ging es mit einem alten, zusammengeflickten Boot aufs Meer hinaus. Trotz 3 m hohen Wellen schleppte ich zusammen mit einem Einheimischen namens Wolfran ca. 1 km vor der Küste. Wir erwischten eine tolle Beissphase: Spanische Makrele, Jacks, riesige Hornhechte und einen kleinen Thunfisch. Neben grossen Schildkröten sahen wir auch drei Marline direkt neben dem Boot, leider biss keiner an. Erfolgsköder war mein Lieblingswobbler (Rapala Magnum im Makrelendesign) und mein Streamer aus Bali.

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Zwei Tage später traf ich mich wieder frühmorgens mit Wolfran, der noch ziemlich angetrunken vom Vorabend war. Ich mit einer starken Ohrenentzündung und ein besoffener Kapitän in einer Nussschale auf dem Meer, das kann ja nur gut gehen. Ca. ein Kilometer vom Strand entfernt knallten dann auch gleich zwei kleine Mahi Mahis und ein Thunfisch auf meinen Streamer, danach ging es raus aufs offene Meer, wo die grossen Thunfische sind. Zwei Stunden kein Biss bis plötzlich meine Rute, die ich in der Hand hielt, nach hinten schnellte und das Wasser kochte. Im selben Moment als Wolfran ¨grande Pescado¨ schrie, schoss ein 2,5 m grosser Marlin mehrere Male meterhoch aus dem Wasser, bis er mit einem Zug 150 m Schnur von der Rolle riss. Leider waren nur die ersten 200 m gut aufgespult, die restlichen 200 m waren auf der Multirolle überkreuzt. So verwickelte sich die Schnur, die Leine riss und der Fisch nahm meinen Streamer mit. Da ich zu faul war, die ganze Schnur abzuspulen und neu einzukurbeln, wurde ich bitter dafür bestraft.

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Wolfran bemerkte, dass ich ein ziemlich angefressener Angler bin und so war ich zwei Tage später zum Fischen in den Mangroven eingeladen. In kurzer Zeit fingen wir wieder diverse Fische unterschiedlicher Art.

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Am letzten Tag wurde ich nochmals zum Schleppen eingeladen, wir tuckerten mit unserer Nussschale zwischen all den grossen Big Game Booten herum. Ich nahm dieses Mal auch noch einen selbstgebastelten Feder-Jig mit. Wieder einmal der richtige Köder, denn zu Beginn fingen wir damit in kurzer Zeit 3 Gelbflossenthunfische und 3 Bonitos. Unglaubliche Drills und erst recht an der feinen Rute. Neben etlichen Fehlbissen verloren wir auch noch einige, danach war der Spuk vorbei und kein Fisch vergriff sich mehr an den Wobblern und Jigs.

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Ich kann euch Costa Rica nur empfehlen, die Artenvielfalt ist überwältigend und die Landschaft wunderschön, jedoch würde ich einen Bogen um Tamarindo machen, da es sehr touristisch und überteuert ist und mich an den Ballermann erinnerte. Die Leute sind mit wenigen Ausnahmen unfreundlich. Meiner Meinung nach lohnt sich ein Besuch in Tamarindo nur zum Fischen, Surfen und um die Werke der Schönheitschirurgen zu „bestaunen“. In den ländlichen Gegenden sind die Menschen extrem nett, wie ich es in Mittelamerika und Umgebung noch nie.

Netzwurf1-4

 Pura Vida und bis zum nächsten Mal!


 

 

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