Barben mit der Fliegenrute

Ich und die Forellen, das will diese Saison irgendwie noch nicht. Aber bald ist 1. Mai und wisst ihr was ich mir gerade wachsen lasse? Das nennt sich Hecht-Bart und... Spass beiseite: Ich habe eine neue Leidenschaft: Barbenfischen mit der Fliegenrute. Die Sportsfreunde sind unglaublich fit und verlangen einem und dem Material alles ab. Bis es geklappt hat habe ich einiges ausprobiert, so einfach sind die Kollegen nicht zu überlisten und hat man erst mal eine dran, geht die Post ab. Deren Lieblings Plätze machen es einem auch nicht gerade einfach, nämlich mitten in der Strömung am Grund. Dort verbringen sie die meiste Zeit des Tages mit Nahrungsaufnahme. Das charakteristische Seitwärts-rollen von Zeit zu Zeit lässt oft das Licht auf der Flanke des Fisches aufblitzen und verrät einen so potenzielle Standplätze.
Anpirschen funktioniert wie bei den Forellen auch am besten stromauf, wobei die Barben gutmütiger sind und so manchen Fehl-tritt und -wurf verzeihen. Mir ist aufgefallen, dass die Bartel-Freunde vor allem auf akustische Signale reagieren, zum Beispiel Unterwasser auf losen Steinen herumtrampeln führt oft zu sofortiger Flucht. Hingegen Fische überwerfen oder sogar mit der Rute in der Luft herumfuchteln scheint weniger ein Problem zu sein. Generell gilt wie immer keine hastigen, ausladenden Bewegungen. Ich fange die Barben meistens mit der Nymphe, das geht auf kurze Distanz mit High Sticking oder auch mit einem zusätzlichen Bissanzeiger. Wichtig ist vor allem eins: Die Nymphe muss ganz runter an den Grund. Barben steigen praktisch nie auf Nahrung und ihr unterständiges Maul ist dazu ausgelegt, Nymphen und andere Tierchen einzusaugen, die am Grund entlang treiben. Dafür binde ich je nach Strömung und Tiefe sogar Muster mit doppeltem Tungsten Kopf. Zum verwendeten Gerät: Ich habe auch Barben mit der fünfer Rute gefangen am Anfang. Das war absolut haarsträubend. Unterdessen verwende ich nur noch Einhand Ruten Klasse 8 oder noch besser eine leichte Zweihand/Switch Rute Klasse 7/8. Ich fische meistens mit einer WF Schwimmschnur, konischem Nylon Vorfach mit Pitzenbauer Ring und einem Fluorocarbon Tippet in 0.20mm. Der Durchmesser ist nötig, sobald ihr eine dran habt versteht ihr sofort ;) Die Länge variiert je nach Tiefe und Strömungsstärke. Wie gesagt die Nymphe muss möglichst schnell ganz runter und dann schön am Grund entlang schrammeln. Zwischendurch gibts auch mal Grundhänger, das gehört dazu und zeigt einem, dass man in der richtigen Tiefe anbietet. Gut funktionieren auch Muster auf Jig-Fliegenhaken gebunden, durch den anderen Schwerpunkt zeigt der Haken nach oben und bleibt weniger hängen. Im Drill ist es wichtig, möglichst “kurzen Prozess” zu machen. Sollte es die Barbe schaffen, in die Hauptströmung zu flüchten, wird’s haarig. Vorsicht auch vor Flachwasserbereichen, die Barben rollen sich gerne um die eigene Achse über die Steine und werden so den Köder los. Barben bieten an der Fliegenrute auf jeden Fall Drills, die man nicht vergisst und wunderschön sind sie sowieso. Vielleicht sogar schöner als Forellen.. ;)
- tight lines!

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