5 Köder 1 Rute, die Auflösung

Wie die 3 Jahre zuvor ging ich mit meiner Freundin auch dieses Jahr wieder mit dem Auto in die Ferien. Dieses Jahr wollten wir über Österreich nach Ungarn an den Plattensee fahren, dort einige Tage Zelten und dann nach Breslau in Polen fahren um die Verwandten meiner Freundin zu besuchen. Auf dieser Route kommt man vom kleinen Bergbach in Österreich bis zum riesigen Strom, der Oder in Breslau, an allen Gewässertypen vorbei, was meine Auswahl der Köder erheblich erschwerte.
Die erste Nacht verbrachten wir auf einem Camping in den Dolomiten direkt an einem kleinen Nebenfluss der Drau. Angrenzend an den Campingplatz war auch noch ein kleiner See oder besser gesagt Weiher. Glücklicherweise konnte man im See und im Nebenfluss der Drau fischen und das Patent bekam ich sogar an der Rezeption des Campings. Besser konnte ich es nicht treffen!
Vor dem Aufstellen des Zeltes machte ich einige Würfe im Bach und konnte bereits den ersten Fisch der Ferien verbuchen. Gebissen hatte die schöne, natürliche Regenbogenforelle auf den Joker. Den 50er DUO. Danach mussten wir schleunigst das Zelt aufstellen, da es schnell dunkel wurde.

 
Am nächsten Morgen wollte ich mir den Weiher vornehmen, sah aber nach einigen Würfen dass es sich ohne Weedless Köder nicht wirklich lohnt. Ich hatte ja nur die 5 Köder dabei...
Danach war es schon an der Zeit weiter zu fahren um nicht in der Nacht am Plattensee anzukommen. Beim einräumen des Autos fand ich noch einen 4" Easy Shiner. Sorry aber so ist das halt in einem Fischerauto ;) alle Sachen waren verstaut und es konnte eigentlich weiter gehen, wäre meine Freundin sich nicht noch am Schminken oder was Frauen sonst so machen :D
Ich witterte meine Chance und ging noch einmal an den Bach.
Den Easy Shiner nahm ich mit. Wie sich später herausstellte genau die richtige Wahl. Ich ging zu einem tiefen Gumpen den ich am Vortag ausgemacht hatte. Zwar hatte ich die kleine Forelle nicht an diesem Spot, jedoch musste es dort Fische geben. Ich schaute mit der Polbrille ins Wasser und konnte einen riesen Schatten am Grund ausmachen. Ich wusste, ich hatte nur einen Versuch. Also ging ich kein Risiko ein die riesige vermeintliche Regenbogenforelle mit dem Schockfarbigen Kopyto zu verscheuchen. Ich montierte also von Anfang an den natürlich wirkenden Easy Shiner. Ich überwarf den Fisch und jigte mich von der Seite ran in Richtung Kopf. Am Kopf vorbei und bis vor meine Füsse.... nichts. Das wiederholte ich einige Male, immer noch nichts. Bei dem gefühlten 30 Mal jigte ich ein wenig höher als sonst. Dann kam der Einschlag. Wie eine Granate. Einige Fluchten aber dann konnte ich den Fisch relativ gut feumern. Er hatte kaum Platz im Kescher. Es kam mir ein wenig komisch vor, dass dieser gigantische Salmonide so wenig Kampfgeist hatte, meine PB Regenbogenforelle mit 57cm kämpfte da ein gutes Stück besser. Ich dachte mir aber nichts dabei und war einfach nur heilfroh den Fisch im Kescher zu haben. Doch was war das?! Das war keine Regenbogenforelle! Langgestreckter Körper, eher einen Rotstich gegen die Schwanzpartie, die roten Punkte von einer Bachforelle fehlten ebenfalls... es musste irgendein anderer Salmonide sein. Ich überlegte mir was es sein könnte und kam auf nur eine Lösung: ein Huchen!
Genau in diesem Moment kam meine Freundin an den Bach. Ich lief am Ufer entlang bis zu einem ruhigerem Bereich wo meine Freundin einige tolle Fotos machte. Nach der kurzen Fotosession entliess ich dieses majestätische Tier zurück in sein Element wo es hingehört.
Mit dem wissen das ich diesen Fisch so schnell nicht toppen werde konnte ich glücklich und zufrieden weiterfahren.  

Auf Grund der Hitze liessen wir Ungarn aber aus und fuhren direkt über Wien, durch die Slowakei nach Zakopane in Polen. Auch dort konnte ich in einem klaren Bergbach fischen, leider blieb ich aber Schneider. 

Am Nächsten Tag besuchten wir die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Eindrücklich, traurig, ein schlimmes, wenn nicht das schlimmste Kapitel der Menschheitsgeschichte. Ein Tag ohne Fischen.

Wir fuhren weiter nach Breslau. Die restlichen 4 Tage unserer Ferien verbrachten wir bei den Verwandten meiner Freundin. Da ich aber kein bisschen polnisch kann und sowieso nichts verstand, wollte ich an der Oder ein wenig Fischen gehen. Wie komme ich jetzt ohne Polnisch an ein Patent? Im Internet habe ich mir einen Fischerladen rausgesucht, der eine Website hat, die auch auf Englisch eingestellt werden kann, irgendjemand wird das Englisch ja geschrieben haben?! Mein Plan ging auf :D der fünfte Verkäufer im Laden den ich ansprach, konnte tatsächlich ein wenig Englisch. Nächstes Problem: Sie hatten keine Tageskarten mehr. Er sagte, ich könne mir die TK im Internet ausfüllen, mit der Kreditkarte bezahlen und dann ausdrucken. Hatte ich einen Drucker? Nein natürlich nicht... dann kam eine super Aktion. Er bot mir an die TK zu bezahlen und im Laden auszudrucken (dafür durfte ich extra in ein Hinterzimmer und wurde mit Wasser, Kaffee und Zigaretten versorgt) und ich gebe ihm das Geld dann in Bar. So bekam ich doch noch mein Patent und das alles ohne Polnisch. Meine Freundin lachte nur als ich ihr diese Story am Abend erzählte. 

Der Laden:


Die Fischerei in Breslau war echt hart. Zuerst befischte ich einen kleinen Kanal und konnte einige Döbel auf den Effzett Spinner verhaften. Später, in der Oder, schnappte sich ein kleiner Barsch +-15cm den 0815 Twister und das wars...

Das Fazit von meinem Experiment:

Natürlich ist es möglich mit 5 Ködern einige Fische zu fangen. Gerade kleine Hardbaits und Spinner sind oft Fischgarante, jedoch ist ein wenig mehr Auswahl nicht schlecht. Vor allem die Farb- und Grössenauswahl vermisste ich ein wenig. Zur Ergänzung:

Ich habe von jedem Köder mindestens 3 Stück mitgenommen, für dem Fall dass ich Einen oder Mehrere abreisse. Tatsächlich habe ich an der ersten Buhne in der Oder alle 4 Kopytos die ich dabei hatte in die Steinpackung gehängt. Einen Spinner habe ich wohl irgendwo mal auf dem Autodach gelassen, denn der fehlt auch. Alle anderen Köder habe ich noch immer in meiner Box :) 

Petri und TL Tobi    

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